Schule Meilen

Wenn Schule einmal richtig Spass macht

Ausnahmezustand im Schulhaus Obermeilen:

Letzte Woche widmeten sich die Schüler verschiedenen Projekten. Ein voller Erfolg für alle Beteiligten – dank der Kinder, die mit viel Enthusiasmus an die Arbeit gingen.


Zur Schule gehen zu müssen, mag hin und wieder langweilig sein, wie manche Kinder wohl bestätigen würden. Für die Projektwoche, die vom 7. bis 11. Mai im Schulhaus Obermeilen durchgeführt worden ist, gilt das aber bestimmt nicht. Mehr als 20 verschiedene Projekte standen den rund 360 Schülern und Kindergärtnern zur Auswahl. Und für einmal sassen sie nicht nur mit Gleichaltrigen im Schulzimmer, sondern Erst- bis Sechstklässler arbeiteten gemeinsam in den verschiedenen Gruppen, die Kindergärtner waren unter sich gemischt.
Obwohl, gesessen wurde eigentlich eher selten: Es wurde getanzt, gesungen, geturnt, musiziert, gemalt, gefilmt und fotografiert. Die Strassenmusiker etwa übten sich auf verschiedensten Instrumenten, um am Ende der Woche mit ihrer Vorführung durchs Dorf zu ziehen. In einem anderen Kurs war Akrobatik angesagt, während sich eine Gruppe in der Kunst des Beatboxens übte. Es gab Clown-, Trickfilm-, Einrad- und Wachsbatik-Kurse, eine weitere Gruppe erfand neue Gesellschaftsspiele. Der Kindergarten be- und verarbeitete Papier in allen Variationen. Und die Mitglieder der Pressegruppe, die mit dem Verfassen einer Projektwochenzeitung die Situation auf einer echten Zeitungsredaktion nachstellten, waren eifrig damit beschäftigt, im Schulhaus Interviews zu führen, Fotos zu schiessen und nach News zu graben – um am Ende alles selbständig zu Papier zu bringen.
Lehrer und Helfer waren gleichermassen vom grossen Enthusiasmus überrascht, mit dem die Schüler an die Arbeit gingen. So mussten sie manchmal eher gebremst als angetrieben werden. Schliesslich galt es, bis Ende der Woche ein Ziel zu erreichen – und das Ergebnis dann Eltern, Grosseltern, Freunden und Mitschülern zu präsentieren. Und diese kamen am Freitag zahlreich ins Schulhaus Obermeilen.

Mit grossem Interesse verfolgten die Schüler auch die Ausführungen der verschiedenen prominenten Gäste, die jeweils am Morgen in der Aula auftraten. Da war etwa Fernsehmoderatorin Sandra Studer, die aus ihrem Berufs- und Familienalltag erzählte, aber auch, dass sie als Kind hatte Augenärztin werden wollen, weil sie ständig wegen ihrer Brille gehänselt worden war. Oder Markus Freitag, der 1993 mit seinem Bruder Daniel Freitag die gleichnamigen Taschen erfand und erzählte, wie es zur Idee kam, diese aus alten Lastwagenblachen, Autosicherheitsgurten und Veloschläuchen zu fertigen. Die Rapperswiler Rollstuhlsportlerin Sandra Hager gab Einblicke in ihren Trainingsalltag und erläuterte, wie es dazu kam, dass sie seit ihrem 15. Lebensjahr nicht mehr gehen kann. Regisseur Rolando Colla sprach über die Entstehung seines Spielfilms „Summer Games“, der den diesjährigen Quartz, den Schweizer Oscar, erhalten hatte, und Designer Alfredo Häberli gab Einblicke in sein Schaffen und sprach über die Tatsache, dass er im Ausland fast bekannter ist als in seiner Schweizer Heimat.
Mit Inbrunst sangen die Schüler zum Start in den Tag jeweils auch den eigens für sie komponierten Schulhaus-Song. Und am Ende der fünf Tage waren sich alle einig: Es war eine durch und durch gelungene Woche.


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