Schule Meilen

Schulraumerweiterung

Schulanlage Allmend. Planung eines zusätzlichen Schulhauspavillons ab dem Schuljahr 2021/2022


An der nächsten Gemeindeurnenabstimmung, voraussichtlich am 17. Mai 2020, wird dem Stimmvolk die Kreditbewilligung für die Erstellung eines zweigeschossigen Schulhauspavillons ab Schuljahresbeginn 2021/2022 für die Schulanlage Allmend von 6,15 Mio. Franken inkl. Mehrwertsteuer vorgelegt.


Das Wichtigste in Kürze
Die Gemeinde Meilen stützt sich für die Schulraumplanung und der daraus resultierenden Bauprojekte auf die Schülerzahlenprognose der renommierten Firma EBP AG. Die EBP AB erstellte im 2015 eine Studie, welche die Schülerzahlenprognose bis 2030 aufzeigt. Die Studie wurde im 2019 nochmals plausibilisiert. Seit 2010 sind die Schülerzahlen steigend, nämlich von 1019 auf 1476 Schülerinnen und Schüler im September 2019, was einem Wachstum von 35% entspricht. In der Schulanlage Allmend reichen die Raumverhältnisse zurzeit nur sehr knapp aus. Bereits heute fehlen ein Klassenzimmer mit Gruppenraum und ein Werkraum für die Mittelstufenschülerinnen und –schüler. Für die dringend ab Schuljahr 2021/22 benötigten Räume plant die Gemeinde ein weiteres Provisorium auf der Schulanlage Allmend. Dafür hat der Gemeinderat bereits einen Planungskredit von Fr. 300‘000.- bewilligt. Die mit der Planung beauftragten SPARCS Sablone & Pauletti Gromann Architekten erarbeiteten ein Projekt, welches in Holz-Modulbauweise auf dem Areal der beiden Beachvolleyballfelder am nördlichen Rand des Sportzentrums Allmend realisiert werden kann. Das Projekt sieht die Erstellung von elf Schulzimmern und fünf Räumen für Spezialunterricht vor. Gemäss Kostenvoranschlag der SPARCS Sablone & Pauletti Gromann Architekten belaufen sich die Kosten auf Fr. 6.15 Mio. Im Investitionsbudget sind Fr. 7.1 Mio. eingeplant.
Ausgangslage
Die Firma EBP AG erstellte 2016 eine Studie, welche als Prognose die Schülerzahlen auf der Basis von 2015 bis 2030 aufzeigt. Die Studie wurde im 2017 von EBP verifiziert. Basierend auf dieser Studie startete Ende 2018 in verschiedenen Workshops die Schulraumplanung für die Jahre 2021 bis 2030 für die drei Standorte Feldmeilen, Allmend und Obermeilen. Aufgrund der Erkenntnisse aus den Workshops wurde für den Standort Allmend an¬fangs 2019 eine vertiefte, strategische Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, welche den Raumbedarf sowohl für ein neues Provisorium, das ab Sommer 2021 benötigt wird, als auch für einen Schulhausneubau, welcher 2030 oder später realisiert werden soll, beinhaltetet. Aufgrund des Wachstums der Anzahl Schulklassen wird bereits vor 2030 (ca. 2023-2025) eine zusätzliche Turnhalle benötigt. Der Standort des neuen Provisoriums muss so gewählt werden, dass für die späteren Neubauten (Schule und Turnhalle) noch alle Planungsvarianten möglich sind, damit für den geplanten Wettbewerb ein möglichst grosser Handlungsspielraum besteht. Der Gemeinderat hat, gestützt auf die Machbarkeitsstudie und in Abwägung aller Einflussfaktoren, an seiner Strategiesitzung Ende Oktober 2019 ent¬schieden, dass der geeignetste Standort des neuen Provisoriums auf dem heutigen Beachvolleyballfeld in der Sportanlage Allmend ist.
Die Raumprogramme wurden für den Bedarf von Schule, Verein FEE und Musikschule erarbeitet und berücksichtigen die prognostizierte und im 2019 nochmals plausibilisierte Entwicklung der Schülerzahlen.
Der Gemeinderat hat mit Beschluss vom 20. August 2019 einen Planungskredit von Fr. 300'000 bewilligt, damit die Planung des neuen Schulprovisoriums gestartet werden konnte. Damit das Provisorium bis im Sommer 2021 realisiert werden kann, musste aus zeitlichen Gründen ein beschleunigtes Verfahren durchgeführt werden. Dies bedingte u.a. einen Direktauftrag an einen Planer, welcher eine GU-Ausschreibung für einen Holz-Modulbau durchführt. SPARCS Sablone & Pauletti Gromann Architekten erhielten den Auftrag, mit weiteren Fachplanern das neue Provisoriumsprojekt auszuarbeiten. Der Direktauftrag lag unter dem Schwellenwert für eine freihändige Vergabe von Dienstleistungen gemäss öffentlichem Beschaffungswesen, d.h. unter Fr. 150'000.
Heutige Situation in der Schulanlage Allmend
a) Schulraum

In der Schulanlage Allmend, dem Standort einer von drei Primarschulen sowie der Sekundarschule, reichen die Raumverhältnisse zurzeit nur knapp aus. Die Primarschule Allmend ist mit ihren heute bereits 14 Primarschulklassen (zum Zeitpunkt der Erstellung der Machbarkeitsstudie EBP im Jahre 2019 waren es noch 13 Klassen) und vier Kindergärten in den Gebäuden E (Primarschulhaus erbaut 1992), F (Pavillon erbaut in zwei Etappen 2014 und 2016) und im Kindergarten Veltlin untergebracht. Zudem belegt sie weitere vier Schulzimmer in den Gebäuden B (Sek neu), C (Spezialtrakt) und D (Turnhalle).

b) Betreuung und Musikschule
Die schulergänzende Betreuung der Primarschulen in Meilen (vor und nach dem Unterricht und Mittagstisch) wird durch den Verein FEE gewährleistet. Die Gemeinde muss dafür die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Diese befinden sich in den Gebäuden G (Schülerclub, erbaut in zwei Etappen 2003 und 2014), D (Turnhalle) und in einer Wohnung an der Burgstrasse 156/158. Die schulergänzende Betreuung der Kindergartenkinder wird zukünftig im Gebäude des Kindergartens Veltlin erfolgen. Dafür konnte bereits letztes Jahr eine der beiden Wohnungen im Veltlin über dem Kindergarten umgenutzt werden und ab Sommer 2020 wird die zweite Wohnung ebenfalls eine Nutzungsänderung erfahren.

Die Gemeinde hat auch den Auftrag, die nötigen Räumlichkeiten für den Musikunterricht der Musikschule Pfannenstiel zur Verfügung zu stellen. Aus Platzgründen musste die Musikschule in den letzten Jahren Räume an die Schule abtreten. Einige Musikzimmer sind heute im Gebäude D (Turnhalle) und in einer ehemaligen Hauswartwoh-nung untergebracht und entsprechen nicht den üblichen Anforderungen.
Klassenbildung, Schülerzahlen und Auswirkungen
Seit 2010 sind die Schülerzahlen in der Gemeinde Meilen steigend, nämlich von 1090 auf 1476 Schülerinnen und Schüler per September 2019 (+35 %). Dieser Schülerzuwachs erreicht die Sekundarschule mit dem Höchstbedarf voraussichtlich im Schuljahr 2021/22 (Bericht EBP, Schulraumplanung Meilen 2030 vom 13. Januar 2020). Im Einzugsgebiet Ober-meilen-Allmend hat in den letzten Jahren die Primarschule Allmend zusätzliche Klassen gebildet, um die Schülerinnen und Schüler aufzunehmen, da dies in der Schule Obermeilen nicht möglich war. Die sich nun in der Unterstufe befindenden Klassen werden in den nächsten drei Jahren in die Mittelstufe übertreten, was nicht nur einen Mehrbedarf von Klassenzimmern und Gruppenräumen nach sich zieht, sondern auch zusätzliche Fachräume für Werken, musikalische Grundschule, Teamteaching, Integrative Förderung, Deutsch als Zweitsprache, Therapien, Hauswartung und Schulleitung erfordert.

Ebenfalls werden drei Räume und Gruppenräume, welche die Primarschule zurzeit in der Sekundarschule belegt, auf das Schuljahr 2021/2022 ersetzt, damit diese dem Mehrbedarf der Sekundarschule zur Verfügung stehen.

Im Schuljahr 2021/2022 rechnet die Schule mit vier Kindergarten-, 16 Primarschul- und 15 Sekundarschulklassen. Damit die Stundenplanbedingungen für den Sportunterricht eingehalten werden können, wird es nötig sein, in einer zukünftigen Ausbauetappe auch eine zusätzliche Turnhalle einzuplanen. Die heute vorhandenen Hallen werden ausserhalb der Schulzeiten bereits rege von Vereinen genutzt und es besteht auch von dieser Seite ein grösserer Raumbedarf.

Beachtet man die vielen Zuzüge, die höhere Anzahl Kinder pro Familie und die Bautätigkeit im Raum Obermeilen-Allmend, muss die Schule davon ausgehen, dass künftig in der Primarschule Allmend nicht mit zweieinhalb Klassen pro Jahrgang zu rechnen ist, sondern in einzelnen Jahrgängen mit drei Klassen. Dies zeigt sich bereits ab Sommer 2020, wo drei ganze 4. Klassen gebildet werden müssen. Um den Raumbedarf bis 2030 zu sichern, werden zusätzliche Zimmer für die Schule, die Betreuung (FEE) und die Musikschule benötigt.
Raumbedarf
Für die Sekundarschule wurde ursprünglich die grösste Anzahl an Klassen für das Schuljahr 2023/2024 prognostiziert. Der Höchststand wird aber voraussichtlich bereits im Schuljahr 2021/2022 erreicht. Der dadurch entstehende Mehrbedarf kann in den beiden heutigen Sekundarschulgebäuden und im aufgestockten Spezialtrakt, nach Auszug der Primarschule aus diesen Gebäuden, per Schuljahr 2021/2022 gedeckt werden.

Der zusätzliche Raumbedarf der Musikschule Pfannenstiel ist mit einem mittelgrossen Musikzimmer ä 36 m2 und zwei Musikzimmern ä 18 m2 im neuen Provisorium eingerechnet.

Der Verein FEE geht von einem jährlichen Wachstum von 5 % bei Kindergarten- und Primarschülern bis ins Jahr 2030 aus. Gemäss Prognose ist bis 2030 mit etwa 220 Schülerinnen und Schüler über Mittag und 100 Schülerinnen und Schüler am Nachmittag für die belegungsstärksten Wochentage (Dienstag/Donnerstag) zu rechnen. Gemäss der Schule Meilen kann der Raumbedarf FEE mit den vorhandenen Gebäuden, den Räumen in der Turnhalle, der Wohnung im Mehrfamilienhaus an der Burgstrasse 156/158, den zwei Wohnungen über dem Kindergarten Veltlin und der gemeinsamen Nutzung von Zimmern mit der Primarschule abgedeckt werden.
Projektbeschrieb
Das Projekt sieht die Erstellung von elf Grossräumen/Schulzimmern mit je ca. 72 m2 und fünf Räumen für Spezialunterricht, Sitzungen sowie für das Personal mit je ca. 36 m2 sowie acht Räumen für Musikunterricht und Materiallager mit je ca. 18 m2, als auch die notwendigen Nebenräume (WC-Anlagen, Putz- und Technikraum) vor. Das Provisorium wird in Holz-Modulbauweise auf dem Areal der beiden Beachvolleyballfelder am nördlichen Rand des Sportzentrums Allmend realisiert. Die im Werk eines Holzbauers vorgefertigten Raummodule werden auf den Bauplatz gebracht und auf ein vorbereitetes Sockelbauwerk aus Streifen und/oder Punktfundamenten abgestellt. Durch den hohen Vorfertigungsgrad des Modulbaus kann die Bauzeit am Standort kurzgehalten werden. Die Planung konzentriert sich auf die Vorteile des Modulbaus (u.a. einfacher Baukörper, einheitliche Modulmasse, Repetition, Vorfabrikation). Der Grundriss ist so ausgelegt, dass eine möglichst hohe Flexibilität bei allfälligen Nutzungsänderungen besteht. Beispielsweise sind die Unterrichtsräume so gestaltet, dass diese nach Bedarf unterteilt oder ohne bauliche Anpassungen umgenutzt werden können.

Die Minergie-Primäranforderungen an die Gebäudehülle, die kantonalen Vorgaben für ein unterrichtstaugliches Raumklima, die Akustik, das Tageslicht und die künstliche Belichtung etc. werden erfüllt. Auf eine aktive Kühlung und Lüftung des Gebäudes wird verzichtet — die natürliche Belüftung erfolgt über die Fenster. Die Vorgaben zum sommerlichen Wärmeschutz und für behagliche Zustände auch bei hohen Temperaturen im Sommer sollen durch passive Massnahmen erreicht werden: Erhöhen der Speichermasse im Bauwerk, Sonnenschutzgläser in den Fenstern, adaptive Sonnenschutzeinrichtungen, auskragendes Dach mit Durchlüftungsabstand zum Bauwerk etc.

Durch die Platzierung des Pavillons müssen die beiden bestehenden Beachvolleyballfelder aufgehoben werden. Abklärungen für eine Kompensation sind in Bearbeitung.
Termine
Gleichzeitig mit dem Urnen-Abstimmungsverfahren wird das Baubewilligungsverfahren ein-geleitet und die GU-Ausschreibung vorbereitet. Unverzüglich nach dem Urnenentscheid startet die öffentliche GU-Submission für den Holz-Modulbau. Damit ist es möglich, dass die zusätzlichen Räume ab Mitte August 2021 für den Schulbetrieb zur Verfügung stehen.
Kosten
Gemäss Kostenvoranschlag von SPARCS Sablone & Pauletti Gromann Architekten, Zürich, vom 24. Januar 2020, der unter Berücksichtigung aller zwischenzeitlich sorgfältig und detailliert abgeklärten bautechnischen Anforderungen und Nutzerbedürfnisse erstellt wurde, belaufen sich die Kosten auf 6,15 Mio. Franken (inklusive MwSt.; Kostengenauigkeit +/-10 %, Stand schweizerischer Baupreisindex Oktober 2019: 99,4).

In der Investitionsrechnung sind für das Provisorium insgesamt 7,1 Mio. Franken eingeplant.

Realisation bestview gmbh