Schule Meilen

Projektwoche PSO

Projektwoche «Verwandlung»

Montag, 6.5.19
Zusammen mit der Künstlerin Frida Bünzli starten wir in die Projektwoche zum Thema «Verwandlung».
Im Märchen vom Froschkönig wird der Frosch anders verwandelt als bisher bekannt und auch die Prinzessin verwandelt sich nach dem Kuss.....

Anschliessend werden in der Turnhalle Papierkreise bemalt. Mit verschiedenen Mal-Techniken gestalten die Kinder die Kreise in einer bestimmten Farbe. Alle rund 300 Kreise werden auf schwarze Papiere geklebt und im Schulhausgang aufgehängt.
Der Start in diese Sonderwoche ist gelungen.

Bis Freitagmittag befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit Verwandlungen. In verschiedenen Workshops - mit jeweils zwei Lehrpersonen- beginnt nach der grossen Pause die Arbeit.

Aus alten Maschinen entstehen neue, aus Latten werden Möbelstücke gezimmert, aus Papier Taschen und Kleider geklebt, Portraits gezeichnet und gestickt, Tiere aus Steinen geschliffen, etc.
Wichtig ist uns nicht das perfekte Endresultat, sondern der Prozess der Veränderung, die Umgestaltung, die Transformation.

Der Umgang mit Werkzeugen, Maschinen und neuen unbekannten Materialien, die künstlerischen und kreativen Herangehensweisen sowie die Arbeitsabläufe sind während dieser Woche ebenfalls zentral.

Schön ist, dass wir heute Abend (fast) alles liegen lassen können, um am Dienstag weiterarbeiten zu können.
Schön ist auch, dass wir dranbleiben können und nicht von fixen Stunden unterbrochen werden.
Dienstag, 7.5.19

Wir können heute morgen weitermachen genau dort wo wir gestern aufgehört haben.

Einige Ecken an den Paletten müssen mit dem Winkelschleifer abgetragen werden. Wie muss ich die Maschine halten? Welche Schutzausrüstung brauche ich dazu?
Im Raum daneben werden Filmaufnahmen gemacht. Also muss die Arbeit mit den Maschinen nach draussen verlegt werden.
Auf dem Platz wird auch gesprayt mit selbst gemachten Schablonen.
Der Kindergarten arbeitet mit Steinen, macht Pulver, legt Muster und betoniert Figuren.
Aus Papier entstehen Figuren, Kleider und sogar Stiefel und die Möbelbauer sind weiterhin am schleifen, sägen, schrauben.
Auf einem grossen Brett entstehen aus Ton Dinosaurier, mit Vulkanen die ausbrechen und eine Eiszeit, die darauf folgt.
Die alte Kaffeemaschine ist zerlegt und wird, zusammen mit dem zersägten Velo zu einer neuen Maschine zusammengebaut.

Kreativität fördern, ist ein Motto dieser Woche. Warum gerade Kreativität?
Sie hilft uns im Umgang mit Herausforderungen, sie dehnt unseren Handlungsspielraum aus, sie erweitert unser ganzheitliches Denken und sie lässt uns auf neue bisher unbekannte Lösungen kommen.
Einige Bildungsforschen meinen, dass Kreativität in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen wird.

Zu unseren Projekten gehört auch das Ausprobieren. Nicht immer ist von vornherein klar, wie etwas bearbeitet werden muss, wie zusammengebaut oder wie aufgestellt, also learning by doing. "Aha, jetzt weiss ich wie es am Besten geht", genau das war die Idee dahinter. Dafür braucht es aber Zeit und Ausdauer und auch der Wille zum durchhalten.
Die Zeit dafür haben wir in dieser Projektwoche.

Mittwoch, 8.5.19


Einige Klassen sind auf Exkursion. Im Kunstmuseum, im Zoo, im Fotomuseum.
In Workshops und Führungen erfahren die Kinder viel über die Entstehung von Bildern.
Das neu erworbene Wissen wird in den Projektgruppen vertieft und für die eigenen Projekte verwendet.

Eine Klasse befasst sich mit Bildern und Portraits. Es wird ein Selbstbild gezeichnet, die Kopien davon werden zerschnitten neu arrangiert und farblich umgestaltet.
Die gemachten Fotos werden am Computer bearbeitet und verändert.

Alte Gegenstände aus dem Brockenhaus bekommen ein neues Leben. Mit Heissleim werden sie zu Figuren, zu neuen Gebrauchs- oder Kunstobjekten
und aufwändig in Szene gesetzt.

Aus einem alten Fotoblitz und einer Kassette wird ein "Glücksbringerfläsch", der ebenfalls ausgestellt wird.

Der Papierstiefel von gestern ist fertig geworden, mit Schnürung und fast wasserdicht. Nun entstehen noch Brille und FlipFlops mit Absätzen - natürlich ebenfalls aus Papier, daneben werden an der Schufensterpuppe Kleider aus Papier angepasst.

Auch der klappbare Tisch für die Wandmontage inkl. Regal ist auf gutem Wege. Noch stimmen die Höhen und die angebrachten Scharniere nicht ganz, aber es bleibt noch Zeit für die Feinarbeit.

Die Zootiere sind skizziert und modelliert. Jetzt werden sie mit Hilfe eines Rasters auf den Ytong-Steinblock eingezeichnet und mit der Säge grob zugeschnitten. Mit Meissel, Stecheisen und Feilen, werden die Grobformen weiter bearbeitet.

Donnerstag, 9.5.19
Die Workshopgruppen machen sich an den Abschluss ihrer Projektarbeiten:
die Zootiere aus Ytong nehmen langsam aber sicher Gestalt an, noch wird fleissig geschliffen und gesägt,
die Fotos mit den nachgestellten Szenen sind coloriert und abfotografiert,
die Steinbilder sind fast fertig betoniert und bemalt,
die Alltagsgegenstände ein- und wieder ausgepackt mit einer entsprechenden Papierschlacht als Abschluss,
die Wand-Tattoos sind fertig geworden,
das klappbare Tischchen ist an der Wand montiert,
der Film ist im Kasten und wird nun noch geschnitten,
das Material für die "Würfelstühle" ist genau nach Plan und Modell zugeschnitten, die Endproduktion läuft,
die selbst gemachten Foto aus der Stadt werden von Hand und mit Hilfe von Programmen nachbearbeitet und kunstvoll arrangiert.



Wie läuft denn die Woche so für dich?

alle sind an der selben Arbeit, das gefällt mir
echt cool und endlich mal keine Hausaufgaben
bei vielen Kindern ist ein gewisser "Flow" spürbar, den ich sonst kaum erlebe
ich würde am liebsten jedes Jahr eine solche Woche haben
es gab während dieser Woche viel weniger disziplinarische Probleme aus sonst
alle Kinder arbeiten an verschiedenen Projekten, auf alle einzugehen ist eine ziemliche Herausforderung
ich habe den Ideenreichtum der Kinder unterschätzt
ich habe die Pause ganz vergessen
bis jetzt durchaus ein Erfolg
.......

Morgen Freitag findet der Abschluss statt, mit Musik, Fotos und den gesammelten Werken.
Und dann ..... natürlich aufräumen, putzen und sich auf die nächste Woche vorbereiten und ... hoffentlich den "Flow" und die gute Laune mit nach Hause nehmen.

Freitag, 10.5.19
In der Aula und in der Turnhalle wird der Abschluss der Projektwoche vorbereitet.
Ein "Projekt" hat bekanntlich immer einen Anfang und einen Schluss. Manchmal ist der Schluss das Produkt, welches erschaffen wurde, manchmal sind es aber auch die Erfahrung, die Herangehensweise oder die Ausdauer, welche wichtiger sind.
Es geht immer auch um die Begegnung mit Schwierigkeiten, ums Erkunden von Lösungsmöglichkeiten und um Konsequenzen welche daraus resultieren.
"Ich weiss noch nicht wie das geht, aber ich weiss, dass es geht...."

Um 10 Uhr treffen sich alle in der Aula. Die beiden Pianisten Chris & Mike nehmen uns auf eine halbstündige Musikreise mit.
Anschliessend wird in der Turnhalle eine Diashow gezeigt, mit einem Rückblick auf die vergangene Woche.
Aus allen Workshops werden einige Fotos ausgewählt, Detailaufnahmen, Filme und Portraits der Schülerinnen und Schüler bei der Arbeit werden gezeigt.

Nicht alle, aber viele Objekte und Arbeiten werden in die Turnhalle geschleppt und schön präsentiert. Kinder und Erwachsene staunen über die Vielfalt, über die Details, über die kreativen Ideen welche in den Objekten zu erkennen sind.

Für uns hat sich die Woche gelohnt. Wir haben die Schülerinnen und Schüler in neuen Situation erlebt, mit ihnen nach Ideen und Lösungen gesucht, mit neuen Materialien und Maschinen gearbeitet und ein Setting geschaffen, welches ein "Dranbleiben" ermöglicht hat.
Auf die detaillierten Rückmeldungen nächste Woche sind wir gespannt.


Realisation bestview gmbh